Was ist Glück?

Fast jeder weiß, wie sich Momente des Glücks anfühlen. Aber Glück zu definieren ist gar nicht so leicht. Was gehört zwingend dazu und worauf können wir verzichten? GlückDie Kunsttherapeutin und Spiegel-Bestseller-Autorin Maike van den Boom hat dreizehn Länder bereist, in denen die Menschen laut Befragungen am glücklichsten sind (wozu Deutschland übrigens nicht zählt). Laut World Database of Happiness leben die glücklichsten in Costa Rica, einem Land, dass definitiv nicht zu den finanziell reichsten Ländern der Erde gehört. Die Autorin hat verschiedene Glücksfaktoren gefunden, die für alle gleichermaßen gelten. Einer davon ist z.B. Zeit. So ticken die Uhren in allen Glücksländern langsamer als bei uns. Zeit bedeutet nicht wie bei uns Geld, sondern Zeit wird gleichgesetzt mit Lebensqualität. Damit gemeint sind Zeit mit der Familie, mit Freunden oder auch soziales Engagement. Nicht umsonst schreibt man in Ländern wie Mexiko oder Island, in denen man es nicht so genau nimmt mit der Pünktlichkeit auf Einladungen, zu denen man ausnahmsweise mal wirklich pünktlich erscheinen soll, den Zusatz “german time.”

Vertrauen, Freiheit und Humor
Genauso bedeutsam für persönlich erlebtes Glück sind nach van den Boom Vertrauen in sich und andere sowie Freiheit. Gerade mit Vertrauen tun Deutsche sich schwer. Sie geben laut Studien zu über 60 Prozent an, dass sie misstrauisch und ängstlich sind. Aus Angst entsteht ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Dieses wird mit Regeln und Hierachien reguliert, allerdings auf Kosten von Freiheit. Als weiteren Glücksfaktor nennt die Autorin Humor. Menschen in glücklichen Kulturen sind demnach in der Lage, sich selbst zurückzunehmen und eher gemeinschaftlich zu denken, etwa indem sie an einem gemeinsamen Konsens interessiert sind und rücksichtsvoll miteinander umgehen. Vor diesem Hintergrund werden auch Reichtum und Erfolg in glücklichen Ländern anders gesehen als bei uns, wo Erfolg mit Reichtum gleichgestellt wird.

Interessanterweise entdecken auch die Deutschen (siehe Blog-Beitrag “Was wünschen sich die Deutschen für 2016?”) gerade, dass Zeit für sich selbst, mehr Miteinander und weniger Arbeiten erstrebenswerte Ziele sein können – für ein glückliches 2016.

Buchtipp: Maike van den Boom (2015). “Wo geht’s denn hier zum Glück?” Meine Reise durch die 13 glücklichsten Länder der Welt und was wir von ihnen lernen können. Krüger Verlag.
Vortrag der Autorin: Dienstag, 12.01.2016 Köln, studio dumont (www.koelnticket.de)