Genießen gegen Depression

Kind riecht an Kirschblüte und genießt Genuss gegen Depression und StressWenn wir durch den Alltag hetzen, bleibt meist wenig Zeit für Genuss. Vieles nehmen wir kaum wahr, oft machen wir mehrere Dinge gleichzeitig und essen beispielsweise nebenbei.

Die Aufmerksamkeit auf den Moment zu lenken kann uns helfen zu genießen. Und die Fähigkeit, mit allen Sinnen zu genießen ist nicht nur ein nettes Anbei, sondern schützt und vor den negativen Auswirkungen alltäglicher Stressoren und hält uns gesund.

Menschen mit depressiven Symptomen gelingt es meist kaum, dem Leben etwas Schönes abzugewinnen. Sie können sich zu vielem kaum aufraffen und leiden unter Symptomen wie vermindertem Antrieb, Schlaf- und Appetitlosigkeit. Ihre Gedanken kreisen oft um Problemthemen, für positive Aspekte haben sie kaum einen Blick und möglicherweise gelingt es ihnen kaum noch, sich zu spüren. Im Alltag auch kleine Dinge genießen zu können kann depressiven Tendenzen entgegenwirken.

Genießen als Therapie

Um Genießen (wieder) zu lernen wurde an der Uni Marburg die “Kleine Schule des Genießens” als Baustein des Therapieprogramms für Menschen mit Depressionen entwickelt. Genießen bedeutet, sich wieder zu erleben, zu spüren – und das mit allen Sinnen. Genießen hilft dabei, störende Gedanken auszublenden, die Aufmerksamkeit auf positive Dinge zu lenken, Reize differenzierter wahrzunehmen und so den Moment mit allen Sinnen zu erleben.

Genießen kann man lernen

Genuss Frau liegt in bunter Hängematte Genuss gegen Depression und StressDie gute Nachricht: Genießen kann man lernen. Versuchen Sie es einmal, z.B.

  • Riechen: gehen Sie durch einen Park und riechen Sie an den duftenden Blüte
  • Schmecken: bereiten Sie sich Ihre Lieblingsmahlzeit zu und essen Sie diese ohne Ablenkungen (TV, Handy, Gespräche …)
  • Hören: setzen Sie sich auf eine Bank und hören Sie dem Vogelkonzert zu
  • Fühlen: legen Sie sich auf eine Wiese und spüren Sie bewusst die Sonne auf Ihrem Körper
  • Sehen: kaufen Sie einen schönen Blumenstrauß und stellen diesen an eine Stelle in der Wohnung, wo Sie ihn im Blick haben

Genuss-Check: (Wie) genießen Sie?

Überlegen Sie einmal,

  • woran Sie merken, dass Sie gestresst sind und wie Sie damit umgehen,
  • was Dinge und Tätigkeiten sind, die Sie entspannen,
  • wie Sie mehr Genussmomente in Ihren Alltag einbauen können,
  • in welchen Bereichen oder mit welchen Sinnen Sie ihre Genußfähigkeit für einen zufriedenen Alltag stärken möchten.