Die Macht der Düfte: Ausstellung im Kunstpalast in Düsseldorf

Wie roch es auf den Straßen von Paris im Mittelalter?

Wonach riecht Krieg? Welche Rolle spielen Düfte in der Religion und welche Duftstoffe machen attraktiv? Diese und andere spannende Aspekte über Düfte werden in einer großartig kuratierten Ausstellung im schon alleine architektonisch wunderschönen Düsseldorfer Kunstpalast (noch bis zum 08.03.2026) beantwortet. ‚Die macht der Düfte‘ spricht dabei unseren archaischsten und evolutionär ältesten Sinn, das Riechen an, denn der Geruchssinn ist der einzige unserer Sinne, der direkt mit dem limbischen System (veranwortlich für unsere Emotionen und unser Gedächtnis) verbunden ist.

Der Geruchssinn: Vom Riechkolben direkt ins Gehirn

Vom Riechkolben geht es also direkt zum Hippocampus und zur Amygdala. Ohne den Umweg über den Thalamus (wie etwa beim Hören und beim Sehen, wo die sensorischen Informationen gefiltert werden) werden unsere Gefühle und Erinnerungen unmittelbar angesprochen. Düfte und Gerüche können uns in Null-Komma-Nichts in die Vergangenheit versetzen, an einen Menschen oder Erlebnisse erinnern. Und vieles, was wir glauben zu schmecken, riechen wir in erster Linie.

Im Kunstpalast: unmittelbar erlebbare Geruchswelten

Im Kunstpalast werden Geruchswelten umittelbar erlebbar. Denn wir sehen nicht nur Kunstwerke, vieles können wir auch riechen. Die Ausstellung erstreckt sich über den Beginn der kulturellen Bedeutung von Düften in Religion und Kirche (wie etwa den Weihrauch) bis hin zu profanen Alltagsdüften und die Parfümindustrie.

Wie hat sich der Ariel-Duft seit Lancierung des Waschmittels in den 1950er Jahren verändert?

Wonach riecht Pepsi-Cola? Welche Signature Düfte erleben wir beim Besuch eines Telekom-Ladens oder einer Commerzbank-Filiale? 

Mein Tipp: Planen Sie zwei Stunden ein für diese Ausstellung und besuchen Sie diese unbedingt unter der Woche vormittags, damit Sie bei den Duftstationen nicht in der Schlange stehen müssen. Und: Machen Sie sich auf eine Reizüberflutung gefasst, denn durch die Bedienung von Seh- und Geruchsinns kann danach eine regelrechte Erschöpfung eintreten. Also für danach nicht mehr zuviel planen 🙂