Gewalt in Beziehung und Familie: Wie konnte es nur so weit kommen?

Der Debütroman ‚Liebe ist gewaltig‘ von Claudia Schumacher, über den ich bereits auf diesem Blog berichtet habe, ist als ‚Buch für die Stadt Köln 2025‘ ausgewählt worden. Offenbar war die Jury genauso begeistert wie ich von der psychologischen Komplexität des Buches.

Häusliche Gewalt: Kein ‚Monopol‘ des sozialen Brennpunktes

Im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 14.11.2025  verweist die Autorin Claudia Schumacher darauf, dass Gewalt in unserer Gesellschaft immer noch mit sozialem Brennpunkt oder auch mit Migration assoziiert wird, tatsächlich aber in allen Gesellschaftsschichten vorkommt. Gerade bei Menschen, die Berufe mit hohem Prestige ausüben sagt Schumacher, ist die Quote von narzisstisch geprägten Personen groß, denen es besonders wichtig ist, nach außen zu glänzen. Und gerade in diesen Familien kann schneller eine dysfunktionale Familienstruktur entstehen, in der klassischerweise eine(r) verbal oder körperlich gewaltigtätig agiert und die anderen Mitglieder manipuliert und erniedrigt im Sinne von „sei froh, dass Du mich hast, so einen wie mich findest Du nicht mehr.“

Dysfunktionale Familienstrukturen, wie konnte es so weit kommen?

Bei meiner Arbeit finde ich es immer wieder erstaunlich, wie verletzend Menschen aus dem nächsten Umfeld miteinander umgehen. Auch die Autorin formuliert es im Interview: „Wie können Menschen, die einander sehr nah sind, die sich auf irgendeine Weise auch lieben, grausam zueinander werden?“ Interessanterweise starten Beziehungen selten so negativ. Vielmehr entwickelt sich die dysfunktionale Dynamik aus Ambivalenz, Machtmissbrauch, Manipulation und Gewalt über die Zeit, so dass es den Opfern immer weniger gelingt, die Situation noch objektiv einschätzen und sich lösen zu können, viel zu sehr sind sie häufig schon verstrickt in das zerstörerische Geflecht, oft aber emotional und finanziell abhängig. Die Konsequenz: Die Fassade muss nach außen aufrecht erhalten werden, und das um so eher, je höher das soziale Ansehen nach außen ist.

Befinden Sie sich in einem derartigen Beziehungsgeflecht und die Perspektive scheint aussichtslos, kann ich Ihnen nur sagen, aus meiner Erfahrung weiß ich, dass es immer einen Weg aus der Misere gibt. Ich habe schon viele Menschen begleitet, die diese Strukturen hinter sich gelassen haben und davon berichten, sie hätten das Gefühl, sie würden erst jetzt beginnen zu leben. Das Buch möchte ich Ihnen an dieser Stelle noch einmal ans Herz legen. Oder eine der Veranstaltungen in den nächsten Tagen zum Thema ‚Gewalt in Beziehungen.‘

Verlosung

Für die Auftaktveranstaltung der Aktion von Literaturhaus Köln und „Kölner Stadt-Anzeiger“ am 15.11., 19.30 Uhr, im Schauspiel gibt es noch einige Tickets unter

schauspiel.koeln

Wir verlosen zudem fünf mal zwei Karten. Wenn Sie gewinnen möchten, schreiben Sie bitte bis 15.11., 12 Uhr, eine Mail an ksta-kultur@kstamedien.de

Termine der Aktionswoche

Auftaktveranstaltung zum „Buch für die Stadt“

Claudia Schumacher liest aus ihrem Buch „Liebe ist gewaltig“ und spricht darüber mit Anne Burgmer. 15. November, 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Schanzenstraße 6-20. Es gibt noch einige Tickets: schauspiel.koeln

Lesung trifft Kunst: Kölns „Buch für die Stadt“ 2025 im KünstlerInnenhaus Der Dritte Raum

16.11., 15 Uhr, Koblenzer Str. 11, Köln, Der Eintritt ist frei

Gewaltig oder gewalttätig? Es werden Auszüge aus dem Buch gelesen, es gibt und die Möglichkeit zum Gespräch über das Gehörte.

16.11.,18 Uhr, Evangelische Freikirchliche Gemeinde Köln-Mülheim, Salzstr. 6, Eintritt frei

Familie(n) Ehre: Zwischen Schein und Sein: Lebensräume in Balance e.V. nähert sich dem Stoff in einer Mischung aus Lesung und Spielszenen

16.11., 19 Uhr, Gemeinschaftsraum im Mehrgenerationenwohnhaus, Bertha-Benz-Karee, Köln, und 22.11., 15.30 Uhr, Allerweltshaus Köln e.V., Geisselstraße 3-5, Köln, Eintritt frei

Die Autorin Claudia Schumacher im Gespräch mit Gisa Funck

17.11., 19 Uhr, Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82, Karten für 8 Euro bei Kölnticket Literatur und Leben: Vortrag und Gespräch zu „Liebe ist gewaltig“, Germanistin Nadine Bieker führt in den Roman ein und diskutiert mit Lilian van Rey, (Feminist Law Clinic e.V.)

17.11., 19 Uhr, Karl Rahner Akademie, Jabachstraße 4-8, Köln, Eintritt 14 Euro.

Schweigen und Wegschauen: Diskussion im Literaturkreis Weilerswist, Gäste sind willkommen

18.11., 18 Uhr, Haus Heskamp, Kölner Str. 109, Weilerswist, Eintritt frei

„Liebe ist gewaltig“ von Claudia Schumacher, gelesen von Beate Ahrends und Mechtild Nolteernsting

18.11., 18.30 Uhr, Stadtbücherei Pulheim, Steinstr. 13, Pulheim Claudia Schumacher liest aus ihrem Roman „Liebe ist gewaltig“

18.11., 19 Uhr, Stadtbücherei Bergisch Gladbach, Hauptstr. 250, Bergisch Gladbach, Eintritt 8 Euro

Claudia Berger und Jörg Heimbach Im Gespräch zum „Buch für die Stadt“

18.11., 19.30 Uhr, Bücherstube Brauweiler, Mathildenstr. 66, Pulheim-Brauweiler, Eintritt 5 Euro. Liebe ist gewalt-tätig: AsF und das Troisdorfer Aktionsbündnis Demokratie überparteilich laden zusammen mit dem Frauenhaus Troisdorf und der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ zur Lesung

20.11., 18.30 Uhr, Bibliothek der Stadt Troisdorf, Kölner Straße 69-81, Troisdorf

Detlev Prößdorf stellt mit dem Percussions-Ensemble „Schlagsahne“ das Buch für die Stadt vor. 20.11., 19.30 Uhr, Christuskirche, Dönhoffstr. 2, Leverkusen. Der Eintritt beträgt inklusive eines Pausenbuffets 10 Euro / 8 Euro Lesung und Talk mit drei Expertinnen aus dem Bereich der Hilfe für Familien, Frauen und Paare

21.11., 17 Uhr, Bürgerzentrum Finkenberg, Stresemannst. 6a, Köln, Eintritt frei.

Austausch und Diskussion mit feministischem Blick zu häuslicher Gewalt und Einblick in die Arbeit der Beratungsstelle

21.11., 19 Uhr, Frauenberatungsstelle FrauenLeben e.V., Venloer Str. 405-407, Köln, nur für Frauen

Alle Termine und Infos finden Sie auf bfds.ksta.de